Fördern.Forschen.Kommunizieren

Der wissenschaftliche Beirat der Walter Schulz Stiftung zeichnete damit die in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ in diesem Jahr veröffentlichte Arbeit der Wissenschaftlerin und ihrer Arbeitsgruppe aus. Sie befaßt sich mit der Funktionsweise des Contergan-Wirkstoffes Thalidomid, der Mitte des 20. Jahrhunderts Tausende von Mißbildungen ungeborener Kinder auslöste. Thalidomid ist auch deshalb von Interesse, weil zwei Nachfolgesubstanzen, in Kombination mit anderen Substanzen, erfolgreich zur Therapie bestimmter Krebserkrankungen des Knochenmarks wie des Multiplen Myeloms eingesetzt werden. Das Team um Eichner untersuchte den Wirkmechanismus der ImiDs (Immunomodulatory Drugs, die die Immunantwort des Körpers verändern) auf molekularer Ebene und entdeckte, daß das körpereigene Protein Cereblon in Zellen die Proteine CD147 und MCT1 verbindet, die bei Krebsarten wie dem Multiplen Myelom in besonders großer Zahl vorhanden sind. Der Proteinkomplex soll jetzt Ausgangspunkt für weitere Forschungen nach neuen Krebstherapien ohne ImiDs sein. Der Preis wurde am 26.10.2016 in München verliehen.

Funktionsweise von Contergan aufgedeckt

Der Forschungspreis 2016 über 10.000 € geht an Dr. Dr. med. Ruth Eichner

III. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar in München

Dr. Dr. med. Ruth Eichner,

Preisträgerin 2016