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Der Wissenschaftliche Beirat der Stiftung, unter Vorsitz von Herrn Prof. Dr. med. Heinz Höfler,  zeichnet damit die in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ im November 2017 veröffentlichte Arbeit des Wissenschaftlers und seiner Arbeitsgruppe aus.

Der Preisträger beschrieb, daß die AML (Akute Myeloische Leukämie), ein besonders aggressiver Blutkrebs, nach zunächst erfolgreicher Therapie sehr häufig zurückkehre, mit äußerst schlechter Überlebenschance. Weil dabei therapieresistente Leukämiestammzellen eine entscheidende Rolle spielten, setzte die Arbeit seines Teams bei der gezielten Eliminierung dieser Zellen an. Analysen zeigten, daß Enzyme, die den Abbau sogenannter verzweigtkettigen Aminosäuren steuern, in Leukämiestammzellen vermehrt gebildet werden. Das Enzym BCAT1 ist in auffällig hohen Mengen vorhanden und steigt während eines Krebsrückfalls noch weiter an. Hohe BCAT1-Spiegel haben zur Folge, daß das Erbgut vermehrt mit winzigen Markierungen, den Methylierungen, versehen wird, die über die Aktivität von Genen entscheiden. Diese Methylierung hat einen immensen Einfluß auf viele Zellfunktionen, unter anderem die Tumoraggressivität und die Resistenz gegenüber Chemotherapien. Eine Blockade des BCAT1 könnte die Methylisierung des Erbguts normalisieren, zur Elimination von Leukämiestammzellen führen und die Prognose von AML-Patienten deutlich verbessern. Weil dieses Enzym auch für andere Tumoren relevant sei, müsse ein Inhibitor gefunden und – wie sich der Preisträger wünscht – hergestellt werden.

Der Preis wurde am 20. April 2018 in München verliehen.

 

„Erfolgreiches Therapiekonzept für AML-Patienten“

Der Forschungspreis 2017 über 10.000 €  geht an

Herrn Dr. med. Simon Raffel Universitätsklinik Heidelberg

Dr. med. Simon Raffel,

Preisträger 2017

Dr. med. Simon Raffel