Fördern.Forschen.Kommunizieren

Der Wissenschaftliche Beirat der Stiftung zeichnet damit die in der Fachzeitschrift „Cell“ im September 2018 veröffentlichte Arbeit des Wissenschaftlers aus.

 

Coscia stellte sich die Aufgabe, die molekularen Ursachen für das unterschiedliche Überleben von Patientinnen mit dem hoch aggressiven Eierstockkrebs herauszufinden. Auf der Basis von umfangreichem Biobankmaterial seines Kooperationspartners Prof. Ernst Lengyel, Universität Chicago, entwickelte er eine Methode, um in kürzester Zeit Tausende von Proteinen der Tumoren zu profilieren. Mit der Massenspektrometrie entdeckte er ein weitestgehend unbekanntes Protein namens CT45, das bei Langzeitüberlebenden stark erhöht war und in normalen Zellen nicht vorkommt. Die Eigenschaft als tumorspezifisches Protein macht aus CT45 einen idealen Angriffspunkt für Immuntherapien. Das Forschungsteam konnte bereits beweisen, daß CT45 eine Immunantwort von T-Zellen auslösen kann, so daß bessere Strategien beim Ovarialkarzinom gefunden werden können. Mit der Proteomanalytik von archiviertem Tumorgewebe lassen sich nun auch andere Tumoridentitäten detailliert erforschen und neue Therapieansätze zu verschiedensten Krebsarten erschließen. Außerdem lassen sich molekulare proteinbasierte Daten mit klinischen Verläufen einer Erkrankung verknüpfen.

 

Der Preis wurde am 15. Mai 2019 in München verliehen.

 

 

„CT45 – ein Schlüssel zum langfristigen Überleben beim metastasierenden Eierstockkrebs?“

Der Forschungspreis 2018 der Walter Schulz Stiftung, mit 10.000 Euro dotiert, wird in diesem Jahr an Dr. rer. nat. Fabian Coscia, Max Planck Institut für Biochemie München / CPR Kopenhagen verliehen.

v.l.n.r. Vorstand Prof. Dr. Wolfgang Eiermann,
Vorstand Otto Schwarz, 1. Vorsitzende Monika Thieler,

Preisträger Dr. Fabian Coscia, Vorstand d. Wiss. Beirates Prof. Dr. Heinz Höfler